Apotheker helfen bei häuslicher Gewalt

Apotheker helfen bei häuslicher Gewalt

Häusliche Gewalt hat infolge der Coronavirus-Pandemie in vielen Ländern zugenommen, auch in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen sollen Betroffene künftig in Apotheken mithilfe eines Codeworts unauffällig um Hilfe bitten können.

Um Opfern häuslicher Gewalt in Zukunft besser helfen zu können, unterstützt die Apothekerkammer Westfalen-Lippe ein neues Projekt: Betroffene brauchen in der Apotheke nichts weiter als das Codewort „Maske 19“ zu sagen, um Hilfe zu erhalten. Dazu hat die Apothekerkammer entsprechende Plakate und Informationen herausgegeben. Apotheken können diese Plakate in ihrem Schaufenster aufhängen und sich damit als sichere Anlaufstelle ausweisen.

"Sie sind akut von häuslicher Gewalt betroffen und können nicht ungehindert den Polizei-Notruf wählen? Wir Apotheker*innen helfen Ihnen weiter", steht auf den Plakaten. "Nennen Sie uns einfach das Codewort ‚Maske 19‘. Bleiben Sie hier. Wir verständigen die Polizei für Sie."

Betroffene müssen sich im Notfall nicht lange erklären

Das Codewort "Maske 19" ist in anderen europäischen Ländern wie Spanien Griechenland, Belgien, den Niederlanden oder Frankreich bereits seit Beginn der Pandemie etabliert, nun soll es auch in Deutschland Anwendung finden. "Bietet eine Apotheke im Schaufenster gut sichtbar Informationen zu ,Maske 19‘ an, weiß die Betroffene: Hier muss sie im Notfall sich nicht lange erklären. Das Codewort ,Maske 19‘ genügt. Sie wird dann unauffällig zur Seite genommen und der Polizei-Notruf verständigt", sagt Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening. "Die Apotheke vor Ort ist dabei eine niederschwellige und sichere Anlaufstelle für die Betroffenen. Diskretion ist dort ohnehin selbstverständlich."

Die Poster und weitere Infomaterialien wurden von der Union deutscher Zonta-Clubs erarbeitet, ein Service-Club berufstätiger Frauen.

NK

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