Bisher unveröffentlichte Zahlen zeigen, wie oft in Deutschland wirklich getestet wird

Bisher unveröffentlichte Zahlen zeigen, wie oft in Deutschland wirklich getestet wird

Wie viele Menschen in Deutschland bereits auf das Coronavirus getestet wurden, ist schwer zu sagen – zumal sich die Zahl täglich verändert. Doch es sind auf jeden Fall mehr als 167.000*. Wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) an diesem Donnerstag auf Anfrage mitteilte, wurden bis zum Ende der vergangenen Woche in 148 Laboren 167.009 Proben getestet, davon waren 6540 positiv. Laut DKG handelt es sich um die Gesamtzahl aus dem ambulanten und stationären Sektor seit dem ersten Test zu Beginn der Krise. Aus den tagesaktuellen Fallzahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) ergeben sich inzwischen 10.999 labordiagnostisch bestätigte Fälle (Stand: 19. März 2020).

Mehr als 1,5 Millionen Coronavirus-Tests verschickt

Allein im ambulanten Bereich wurden zwischen dem 9. und 15. März laut aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mehr als 100.000 Tests durchgeführt. In der Woche zuvor waren es 35.000. In der vorangegangenen Zeit wurden noch keine Schnellauswertungen gemacht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Staaten Anfang der Woche aufgefordert, die Zahl der Tests im Kampf gegen das Coronavirus deutlich zu erhöhen. „Testen, testen, testen. Sie können ein Feuer nicht mit verbundenen Augen bekämpfen. Und wir können diese Pandemie nicht stoppen, wenn wir nicht wissen, wer infiziert ist“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. Fast 1,5 Millionen Tests hat die WHO in 120 Länder verschickt.

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Deutschlandweit gibt es laut einem Sprecher des Berufsverbands Deutscher Laborärzte (BDL) 350 ambulante Labore und 1400 in Krankenhäusern. Schätzungen zufolge können davon inzwischen etwa 250 einen Test auf SARS-CoV-2 durchführen – und es werden täglich mehr. Unter anderem, weil in Deutschland nicht nur industrielle Tests möglich seien. Unter strengen Auflagen könnten Labore für den Eigenbedarf selbst Tests herstellen. „Wir sind auf einem guten Weg. Die Kapazitäten erhöhen sich, auch durch neu aufgebaute Zentren. Mittlerweile können täglich etwa 30.000 Tests durchgeführt werden“, so der BDL-Sprecher. Die KBV sprach vor einer Woche noch von rund 12.000.

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Derzeit gibt es keine zentralisierte Datenbank der WHO zu Covid-19-Tests und viele Länder veröffentlichen keine offiziellen Berichte. Die Seite „Our World in Data“ sammelt ungefähre Schätzungen und Datenbankergebnisse. Demnach hat Italien etwa 148.657 Tests durchgeführt (Stand: 17. März 2020), die USA 41.552 und Norwegen 18.062 (beide Stand: 16. März 2020). Die verfügbaren Daten zeigen, dass Südkorea mit 286.716 (Stand: 17. März 2020) viel mehr Proben untersucht hat als jedes andere Land. Die geringe Testabdeckung der USA wird noch deutlicher, wenn man die große Bevölkerung des Landes berücksichtigt. Viele kleinere Länder konnten den Daten zufolge mehr Tests pro Million Menschen durchführen. Pro Kopf ist die Anzahl der Tests in den USA mehr als 40 mal niedriger als in Südkorea.

„Testkapazitäten sind endlich“

Wer getestet wird, entscheiden in Deutschland derzeit die Kliniken und Hausärzte. Sie orientieren sich dabei jedoch an den Empfehlungen des RKI. Als „begründeter Verdachtsfall“ gilt demnach, wer Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall hatte oder innerhalb der letzten 14 Tage in einem vom RKI genannten Risikogebiet gewesen ist und Symptome wie Fieber, Heiserkeit, Husten oder Atemnot aufweist. Alle Ärzte seien sich bei der Entscheidung ihrer Verantwortung um das Wohl eines jeden Patienten bewusst, betont Klaus Greppmeir, Hauptgeschäftsführer des Virchowbunds, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands. „Aber momentan muss die Bevölkerung ein Verständnis entwickeln, dass das Gesundheitssystem im Notbetrieb ist und nachvollziehbare Patientenwünsche auf eine Testung nicht in jedem Fall und sofort erfüllen kann.“

Auch Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), hält Massentests für medizinisch nicht sinnvoll. Zudem würde das auch die personellen Ressourcen strapazieren und dann unter Umständen tatsächlich zu Engpässen führen. „Die Testkapazitäten sind in Deutschland sehr groß, aber dennoch natürlich endlich“, so Gassen. Entscheidend für eine Testung müsse die medizinische Indikation sein. „Wir bitten hier um Verständnis der Bürgerinnen und Bürger, dass nicht jeder getestet wird, der sich dies wünscht.“ Greppmeir betont, dass zur Eindämmung der Pandemie andere Faktoren eine weitaus wichtigere Rolle spielten als die Tests, etwa schnelle medizinische Behandlungen von schweren Verlaufsformen und die von der Regierung beschlossenen einschränkenden Maßnahmen. „Die Testung selbst verhindert keine Infektion, aber die Eindämmungsstrategie durch Hygienemaßnahmen, sozialer Abstand und Isolation.“

* Die Anzahl der abgeschlossenen COVID-19-Tests ist nicht automatisch dieselbe der getesteten Personen, da es vorkommen kann, dass Betroffene aufgrund falsch negativer Ergebnisse mehr als einen Test brauchen. Sie ist jedoch sehr ähnlich.

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