Blutdrucksenker und Co: Manche Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

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Erhöhte Lichtempfindlichkeit durch Arzneimittel

Blutdrucksenker, Schmerzmittel, Antibiotika: Millionen Menschen in Deutschland nehmen Medikamente ein, die die Haut empfindlicher gegenüber der Sonne machen. Dadurch steigt die Sonnenbrand-Gefahr. Betroffene sollten daher im Sommer auf einen guten Sonnenschutz achten.

Reizhusten, Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darmbeschwerden: Die möglichen Nebenwirkungen von Arzneimitteln sind vielfältig. Was viele aber nicht wissen: Manche Medikamente wie bestimmte Antibiotika oder Blutdrucksenker können lichtempfindlicher machen. Wer solche Präparate einnimmt, sollte daher auf einen guten Sonnenschutz achten.

Hautreaktion kann noch nach Tagen einsetzen

Wie die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. in einer aktuellen Mitteilung erklärt, haben einige Medikamente die Nebenwirkung, dass sie die Haut empfindlicher gegenüber Sonne machen.

„Im Winter spielt das kaum eine Rolle, aber jetzt im Sommer kann durch Medikamente das Risiko für Sonnenbrände und andere Hautschäden steigen“, erläutert Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. „Erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke, ob Sie betroffen sind.“ Laut den Fachleuten kann die lichtbedingte Hautreaktion sofort oder verzögert nach einigen Tagen einsetzen.

Lichtempfindlichkeit wird gesteigert

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Den Angaben zufolge können eine Vielzahl von Arzneimittel als unerwünschte Wirkung die Lichtempfindlichkeit steigern. Dazu gehören beispielsweise einige wasserausschwemmende Medikamente (Diuretika) und andere Blutdrucksenker, verschiedene Schmerzmittel oder Antibiotika. Und auch entzündungshemmende Mittel wie Diclofenac und Ibuprofen können die Haut lichtsensibler machen, schreibt die Barmer Krankenkasse in einer Mitteilung.

„Bei dem antidepressiven Johanniskraut wird die Nebenwirkung der Lichtempfindlichkeit hingegen oft überschätzt. Eine ausgeprägte Fototoxizität wurde bislang nur bei Weidetieren mit hellem Fell beschrieben, die große Mengen der Pflanze fraßen. Wenn ein Patient die therapeutischen Dosierungen nicht überschreitet und extreme Strahlung meidet, sind keine ernsten Symptome der Fototoxizität zu erwarten“, so Benkert.

„Hinweise zu einer möglichen Verstärkung der Sonnenempfindlichkeit sind im Beipackzettel aufgeführt. Wer dennoch unsicher ist, sollte Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker halten“, sagt Heidi Günther, Arzneimittelexpertin bei der Barmer. Diese können dann gegebenenfalls auch eine Alternative zum eigentlichen Präparat empfehlen.

Auf sehr guten Sonnenschutz achten

Wer ein Arzneimittel einnehmen muss, das die Haut empfindlicher macht, sollte auf einen sehr guten Sonnenschutz achten und in der Mittagszeit die Sonne meiden. Die Hautreaktionen werden laut der ABDA vor allem durch den UV A-Anteil des Sonnenlichts ausgelöst. Dieser wird durch Glas oder dünne Kleidung nicht abgehalten. Deswegen schützt Fensterglas ohne UV-undurchlässige Folien nicht ausreichend.

Wenn die Schutzmaßnahmen nicht ausreichen, um die Hautreaktion abzuschwächen, kann die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt die Dosis senken. (ad)

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