COVID-19: Diese Medikamente wirken doch nicht – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

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Trumps Corona-Wundermittel wirkt nicht

US-Präsident Donald Trump und Brasiliens Präsident Bolsonaro schwören im Kampf gegen COVID-19 auf das umstrittene Mittel Hydroxychloroquin. Doch Forschende berichten nun, dass das Malaria-Medikament gegen die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Erkrankung nicht wirkt. Gleiches trifft auch auf einen weiteren Wirkstoff zu, der als Hoffnungsträger gegen die Krankheit galt.

Das Malaria-Medikament Hydroxychloroquin gehörte für viele Fachleute zu den vielversprechendsten Wirkstoffkandidaten bei der Suche nach einer COVID-19-Therapie. Doch schon vor Monaten berichteten Forschende, dass dieses Mittel mehr Schaden als Nutzen bringt und sogar eine Gefahr für tödliche Nebenwirkungen birgt. Und laut einem Forschungsteam aus der Schweiz wirkt es gar nicht gegen die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Krankheit.

Konzentration der Medikamente reicht nicht aus

Wie die Universität Basel in einer aktuellen Mitteilung erklärt, ist Lopinavir ein Medikament gegen HIV und Hydroxychloroquin wird bei Malaria und Rheuma eingesetzt. Beide Wirkstoffe galten bis vor Kurzem als potenzielle Hoffnungsträger im Kampf gegen das Coronavirus SARS-CoV-2.

Doch eine Forschungsgruppe von Universität und Universitätsspital Basel hat nun festgestellt, dass die Konzentration der beiden Medikamente in der Lunge von COVID-19-Erkrankten nicht ausreicht, um das Virus zu bekämpfen.

Virusvermehrung wird wohl nicht gehemmt

Seit Februar 2020 laufen Studien an Universität und Universitätsspital Basel mit Patientinnen und Patienten, die schwer an COVID-19 erkrankt sind. Die Forschungsgruppe Infektiologie untersuchte, wie sich die durch SARS-CoV-2 verursachte Entzündung auf die Konzentration von Arzneimitteln im Blut auswirkt.

„Frühere Forschungen haben gezeigt, dass der Arzneimittelstoffwechsel durch eine Entzündung gehemmt werden kann“, erläutert Prof. Dr. Catia Marzolini, Professorin für Experimentelle Medizin und Erstautorin der Basler Studie. „Wir wollten deshalb die Wirkung der Entzündung auf die Konzentration von Lopinavir und Hydroxychloroquin im Blut untersuchen.“ Laut den Fachleuten können bei einer starken Hemmung sehr hohe Medikamentenkonzentrationen im Körper auftreten.

Die vor Kurzem in der Fachzeitschrift „Antimicrobial Agents and Chemotherapy“ veröffentlichte Studie hat ergeben, dass die Konzentration des HIV-Medikaments Lopinavir tatsächlich mit der Intensität der Entzündung zusammenhängt.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben aus den Medikamentenkonzentrationswerten im Blut errechnet, wie hoch die Konzentration von Lopinavir und Hydroxychloroquin in der Lunge gewesen sein muss – also am Ort der Infektion mit SARS-CoV-2. Den Ergebnissen zufolge ist es unwahrscheinlich, dass beide Medikamente ausreichende Konzentrationen erreichen, um die Virusvermehrung in der Lunge zu hemmen.

Studie soll nicht fortgesetzt werden

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 4. Juli 2020 entschieden, dass eine Studie mit Hydroxychloroquin und Lopinavir/Ritonavir für COVID-19 nicht fortgesetzt werden soll. „Die Ergebnisse unserer eigenen Studie liefern wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse, die im Einklang mit diesem Entscheid sind, und erklären, warum diese Medikamente nicht wirken“, so Prof. Dr. Manuel Battegay, Professor für Infektiologie an der Universität Basel und Leiter der Klinik Infektiologie & Spitalhygiene am Universitätsspital Basel. (ad)

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