Die Corona-News des Tages

Die Corona-News des Tages

Lesen Sie heute in unserem Corona-Ticker: Ethikratvorsitzende kritisiert neue Corona-Erleichterungen / Reaktionen auf J & J-Empfehlung / Lolli-Tests in NRW / EU: Keine Vertragsverlängerung für AstraZeneca

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie überschlagen sich an manchen Tagen die Nachrichten zu COVID-19. Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, bietet DAZ.online Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Corona-News des Tages – direkt aus dem News-Kanal der Deutschen Presse-Agentur. 

10:50 Uhr

EU-Ethikratsvorsitzende kritisiert neue Corona-Erleichterungen

BERLIN (dpa-AFX) – Die Vorsitzende des Europäischen Ethikrates hat die seit Sonntag geltenden Erleichterungen für Genesene und Geimpfte in der Corona-Pandemie kritisiert. „Ich halte (diesen Schritt) tatsächlich für ein Problem, weil es eine Ungerechtigkeit bedingt“, sagte Christiane Woopen am Montag im „ARD“-Morgenmagazin. Nach Ansicht Woopens sollten etwa auch Menschen mit einem negativen PCR-Test Erleichterungen genießen und nicht anders behandelt werden als Geimpfte oder Genesene.

„Wenn jetzt die Debatte unter dem Stichwort Neid geführt wird, dann ist das irreführend“, sagte sie. Weil dabei der Einzelne aufgefordert würde, nicht neidisch zu sein. „Es geht aber um die politische Verantwortung, diese Möglichkeiten, die Grundrechte wieder auszuüben, allen Menschen zu ermöglichen – und dafür gibt es eben die technischen Möglichkeiten“, betonte Woopen. Auch im Umgang mit Genesenen, deren Erkrankung länger her sei als sechs Monate, bedürfe es dringend einer Nachjustierung.

Woopen fragte, warum die Fragen zur Rücknahme der Grundrechtseinschränkungen nicht schon vor einem Jahr gestellt worden seien, schließlich habe es auch dann schon Genesene gegeben. „Wenn es jetzt wirklich auf den Grundrechtsschutz für den Einzelnen ankommt, dann hätten wir schon seit über einem Jahr ganz andere Debatten führen müssen“, sagte sie.

10:35 Uhr

Wohnungslosenverbände besorgt wegen Johnson & Johnson-Empfehlung

BERLIN (dpa-AFX) – Wohnungslosenverbände zeigen sich hinsichtlich der Empfehlung, das Vakzin von Johnson & Johnson nur an über 60-Jährige zu impfen, besorgt. „Das ist bitter und wird die Sache ins Stocken bringen“, sagte Werena Rosenke von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Der Vorteil des Impfstoffs von Johnson & Johnson ist, dass – anders als bei den bisher zugelassenen Impfstoffen – eine Impfung für den vollen Schutz ausreicht.

Wohnungslose gehörten der Priorisierungsgruppe zwei an und müssten schon längst geimpft sein, so Rosenke. „Die nicht sehr hohe Impfquote bei Wohnungslosen ist auch darauf zurückzuführen, dass in vielen Kommunen auf den Impfstoff von Johnson & Johnson gewartet wurde“, sagte Rosenke. Gerade Wohnungslose hätten oft Vorerkrankungen. Daher sei es sinnvoll, sie so schnell wie möglich zu impfen. Wichtig sei nun unter anderem, mobile Impfteams und Angebote in mehreren Sprachen und mit Piktogrammen anzubieten.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wird in Deutschland künftig in der Regel bei Menschen ab 60 eingesetzt. Nach ärztlicher Aufklärung können sich aber auch Jüngere dafür entscheiden, beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag erfuhr. Die Priorisierung für diesen Impfstoff wird in Arztpraxen und bei Betriebsärzten zugleich aufgehoben. So verfahren wird bereits ab diesem Montag.

 

9:32 Uhr

Kinderschutzbund: Kinder werden in der Corona-Pandemie diskriminiert

Berlin (dpa) – Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes hat den Umgang der Politik mit Kindern in der Corona-Pandemie scharf kritisiert. „Die Kinder werden ohnehin benachteiligt und diskriminiert schon in dem gesamten Verfahren, das wir haben, seitdem es diese Pandemie gibt“, sagte Heinz Hilgers am Montag im Deutschlandfunk. Die neuen Erleichterungen für Geimpfte und Genesene würden Kinder erneut benachteiligen.

Dass Kinder verpflichtend getestet würden und Erwachsenen nicht, stehe „in einem Ungleichverhältnis“. Dass die Infektionszahlen bei Kindern anstiegen, sei logisch. „Jedes Kind wird verpflichtet, das zur Schule geht oder Kita, sich zweimal die Woche testen zu lassen. Wenn Sie das im Bereich der Wirtschaft machen würden, hätten Sie ganz andere Zahlen“, sagte Hilgers. Er forderte, dass die über 12-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien geimpft werden könnten, damit danach wieder normalerer Unterricht stattfinden könne.

Mit Blick auf die Ferien sagte er: Es brauche jetzt eine „riesige Kraftanstrengung“ gemeinsam von Bund, Ländern, Gemeinden und freien Trägern, um vor allem für benachteiligte Kinder ein Ferienprogramm auf die Beine zu stellen. „Das Bereitstellen von Milliarden alleine lässt ja noch keine Ferienfreizeit stattfinden“, auch kein Homeschooling oder Schwimmkurs, so Hilgers. Kinder zeigten bereits Zeichen, dass sie von der Pandemie stark belastet seien. „Wir müssen jetzt entgegensteuern“, sagte er.

 5:23 Uhr

RKI registriert 6922 Corona-Neuinfektionen

Berlin (dpa) – Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6922 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.15 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 9160 Neuansteckungen gelegen. An Montagen sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 119,1 (Vortag: 118,6; Vorwoche: 146,9).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 54 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 84 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.527.251 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.175.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 84.829.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagnachmittag bei 0,90 (Vortag: 0,91). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

4:35 Uhr

Krankenstand trotz Pandemie auf Rekordtief

Berlin (dpa) – Mitten in der Corona-Pandemie ist der Krankenstand unter den Beschäftigten auf ein Rekordtief gesunken. So war er bei der Techniker Krankenkasse (TK) im ersten Quartal so niedrig wie seit 13 Jahren nicht mehr, wie aus Daten der Kasse hervorgeht. In den ersten drei Monaten des Jahres betrug der Krankenstand 3,8 Prozent. Im ersten Quartal des Jahres 2020 lag er noch bei 5,1 Prozent, 2019 bei 4,8 und 2018 bei 5,2 Prozent der Arbeitszeit.

TK-Chef Jens Baas sagte: „Die Fehltage sind bei fast allen Diagnosen zurückgegangen, besonders bei den Erkältungskrankheiten.“ Die Grippewelle sei ausgeblieben. Sonst sorge sie in der Regel alle zwei Jahre im Februar für einen erhöhten Krankenstand. „Es zeigt sich, dass die Abstands- und Hygieneregeln sowie die eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten auch die Verbreitung anderer Infektionserreger verhindern“, sagte Baas.

Die Diagnose COVID-19 spielt bei den Krankschreibungen der Erwerbstätigen im Vergleich zu den anderen Diagnosen den Daten zufolge eine untergeordnete Rolle. Insgesamt verzeichnete die TK im ersten Quartal 1,08 Millionen Krankschreibungen, davon 9381 aufgrund von Covid-19.

Für die aktuelle Auswertung wertete die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ihrer rund 5,4 Millionen versicherten Erwerbspersonen aus.

4:00

Lolli-Tests beginnen Montag in allen Grund- und Förderschulen in NRW

Düsseldorf (dpa) – Nordrhein-Westfalen führt an diesem Montag als erstes Bundesland sogenannte Lolli-Tests flächendeckend an allen Grund- und Förderschulen ein. Mit dem Test sollen alle mehr als 730.000 Schülerinnen und Schüler der knapp 3800 Grund- und Förderschulen zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf das Coronavirus getestet werden. Die Testung geschieht zunächst gruppenweise. Erst wenn eine Gruppe positiv getestet wurde, werden Einzeltests der Gruppenmitglieder vorgenommen.

„Die Lolli-Tests werden uns dabei helfen, Infektionen frühzeitiger als mit Selbsttests zu entdecken und Infektionsketten von vornherein in Schulen zu unterbrechen“, hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) gesagt. Die Tests werden Lolli-Tests genannt, weil die Schülerinnen und Schüler auf dem Teststäbchen wie auf einem Lolli 30 Sekunden lang herumlutschen müssen. Die Proben werden in PCR-Testverfahren von Laboren untersucht. Täglich soll es NRW-weit rund 35.000 Pooltestungen geben. Zwölf Labore sollen sich darum kümmern.

 

So, 09.05.2021, 22:35 Uhr

Virologe Drosten: „Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland“

Berlin (dpa) – Der Berliner Virologe Christian Drosten hat sich zuversichtlich über den Verlauf der Corona-Pandemie im Sommer gezeigt. „Ich denke, dass wir zum Juni hin erstmals Effekte sehen, die der Impfung zuzuschreiben sind“, sagte der Direktor der Virologie am Universitätsklinikum Charité am Sonntagabend im ZDF-“Heute Journal“. „Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland.“ Gerade im Außenbereich werde wieder vieles zugelassen werden können, erklärte er auf die Frage nach Urlaub, Außengastronomie und Grillen mit Freunden. Man dürfe aber nicht zu früh in „totale Euphorie“ verfallen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 118,6 (Vortag: 121,5; Vorwoche: 146,5). Die Inzidenz geht seit etwa zwei Wochen ziemlich kontinuierlich zurück.

Für den Herbst werde die Herdenimmunität die Situation verbessern. „Die Krankheit wird im Herbst nicht verschwunden sein“, Ungeimpfte würden sich weiter anstecken und erkranken können, sagte Drosten. Aber eine unkontrollierte Verbreitung werde es so nicht mehr geben.

Hinzu komme dann allerdings die Situation der noch ungeimpften kleineren Kinder. Viele Erwachsene hätten im Herbst ihre Impfung ein halbes Jahr hinter sich, und deren Schutz werde schwächer. Dabei gehe es dann weniger um die Gefahr einer eigenen Erkrankung der geimpften Erwachsenen als um das Risiko der Weitergabe des Virus an Kinder. Die Studien zu Impfungen kleinerer Kinder seien kompliziert und dauerten. „Ich bin ich nicht so sicher, ob man so schnell kleinere Kinder impfen kann“, sagte Drosten.

So, 09.05.2021, 18:38 Uhr

EU-Kommissar Breton: Vertrag mit Astrazeneca nicht verlängert

PARIS/BRÜSSEL (dpa-AFX) – Die EU hat nach den Worten von Industriekommissar Thierry Breton ihren Impfstoffvertrag mit dem Hersteller AstraZeneca nicht über Juni hinaus verlängert. Das sagte der Franzose am Sonntag im Radiosender France Inter. „Wir haben die Bestellung nicht über den Monat Juni hinaus erneuert“, sagte er auf eine Frage zu AstraZeneca. „Wir werden sehen. Wir schauen, was passiert.“

EU-Justizkommissar Didier Reynders sagte dem belgischen Sender VRT: „Wir haben ein echtes Problem mit AstraZeneca. Es fehlt das Vertrauen. Es ist folglich unmöglich, künftig diesen Impfstoff zu kaufen.“ Das Unternehmen ist mit den vereinbarten Lieferungen sehr im Rückstand. Statt 120 Millionen Impfdosen bekam die EU im ersten Quartal nur 30 Millionen. Deshalb hat sie vor einem belgischen Gericht geklagt.

Offiziell hat sich die Kommission aber noch nicht festgelegt. Ein Sprecher betonte auf Anfrage, über Vertragsverlängerungen könne man sich jetzt nicht äußern. Bei AstraZeneca gehe es zunächst um die Erfüllung des geltenden Vertrags. „Wir halten uns aber alle Optionen offen, um uns für die nächsten Phasen der Pandemie vorzubereiten, für die Jahre 2022 und darüber hinaus.“

Industriekommissar Breton äußerte sich zugleich positiv über die Qualität des Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers. „Das ist ein guter Impfstoff“, sagte er. In Frankreich gibt es in der Bevölkerung Vorbehalte gegen den Impfstoff.

Die EU-Kommission hatte erst am Samstag mitgeteilt, dass bis 2023 bis zu 1,8 Milliarden weitere Impfdosen von Pfizer/Biontech gekauft werden sollen.

 

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