Ernährung: Weniger Entzündungen durch traditionelle Ernährungsweisen – Heilpraxis

Ernährung: Weniger Entzündungen durch traditionelle Ernährungsweisen – Heilpraxis

Vorteile einer gesunden Ernährung

Eine traditionelle Ernährung mit viel Vollkorn, Ballaststoffen, Obst und Gemüse schützt vor Entzündungen. Dies deutet darauf hin, wie wichtig gesunde Ernährungsgewohnheiten für die menschliche Gesundheit sind, insbesondere für das Immunsystem und zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wenn Menschen sich eher traditionell ernähren, ist dies mit der Produktion von weniger entzündlichen Proteinen verbunden, so das Ergebnis einer Untersuchung unter der Beteiligung von Forschenden des LIMES-Instituts der Universität Bonn und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Die Studie wurde in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Nature Immunology“ publiziert.

Menschen auf dem Land ernähren sich gesünder

Bei der aktuellen Untersuchung wurden mehr als 300 Menschen in Tansania untersucht, welche entweder in Städten oder in einer ländlichen Umgebung lebten. Es stellte sich heraus, dass Teilnehmende, welche in Städten lebten, ein stärker aktiviertes Immunsystem aufwiesen. Die erhöhte Aktivität des Immunsystems könnte nach Ansicht der Forschenden zum raschen Anstieg von nicht übertragbaren Krankheiten in städtischen Gebieten in Afrika beitragen.

Eine Erklärung hierfür scheint die unterschiedliche Ernährung zu sein. Menschen in Städten ernährten sich eher nach westlicher Art. In ländlichen Gebieten bevorzugten die Teilnehmenden üblicherweise eine traditionelle Ernährung.

Menschen in Städten produzierten mehr entzündliche Proteine

Das Team fand heraus, dass die Immunzellen der Teilnehmenden aus der Stadt Moshi mehr entzündliche Proteine produzierten, als dies bei untersuchten Menschen vom Land der Fall war. Die untersuchten Personen litten unter keinen gesundheitlichen Problemen und waren nicht krank, aber ein aktiviertes Immunsystem kann das Risiko für Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, berichten die Forschenden.

In der Studie zeigte sich, dass bei der Ernährung aufgenommene Stoffwechselprodukte Einfluss auf das Immunsystem haben. Die teilnehmenden Menschen aus ländlichen Gebieten wiesen im Blut höhere Werte an Flavonoiden und anderen entzündungshemmenden Substanzen auf.

Was beinhaltet die traditionelle Ernährung in Tansania?

Die traditionelle ländliche tansanische Ernährung ist üblicherweise reich an Vollkorn, Ballaststoffen, Obst und Gemüse und enthält hohe Mengen an entzündungshemmenden Substanzen, erläutert das Team.

„Bei Menschen mit einer städtischen Ernährung, die mehr gesättigte Fette und verarbeitete Lebensmittel enthält, wurden erhöhte Werte von Metaboliten gefunden, die am Cholesterinstoffwechsel beteiligt sind“, erklärt Professor Dr. Mihai Netea vom LIMES-Institut der Universität Bonn in einer Pressemitteilung.

Trockenzeit beeinflusst Aktivität des Immunsystems

Bei der Studie wurde außerdem auch eine saisonale Veränderung in der Aktivität des Immunsystems festgestellt. In der Trockenzeit, die im Untersuchungsgebiet die Zeit der Ernte ist, hatten die in Städten lebenden Menschen ein weniger aktiviertes Immunsystem.

Westliche Ernährung ist ungesund

Es ist schon länger bekannt, dass ein westlicher Lebensstil und westliche Ernährungsgewohnheiten zu chronischen Krankheiten führen. „Wir haben gezeigt, dass eine traditionelle tansanische Ernährung einen positiven Effekt auf Entzündungen und die Funktion des Immunsystems hat. Das ist wichtig, weil nicht nur in Tansania, sondern auch in anderen Teilen Afrikas eine rasante Verstädterung im Gange ist“, erklärt Professor Dr. Joachim Schultze vom LIMES-Institut der Universität Bonn.

Rasanter Anstieg von Zivilisationskrankheiten

Da viele Menschen vom Land in Städte ziehen, was mit Veränderungen der Ernährung verbunden ist, sei ein rasanter Anstieg von Zivilisationskrankheiten zu beobachten. Dies belaste die lokalen Gesundheitssysteme sehr und die Ernährung ist ein wichtiger Faktor, um diesem Anstieg entgegenzuwirken, berichtet die Forschungsgruppe.

Die bei der Studie in Afrika beobachteten Ergebnisse sind auch wichtig für westliche Länder, da eine sogenannte Urbanisierung hier schon vor langer Zeit stattgefunden hat. Die Untersuchung von Populationen in verschiedenen Stadien der Urbanisierung bietet einzigartige Möglichkeiten, um das Verständnis zu verbessern, auf welche Art und Weise Ernährung und Lebensstil das menschliche Immunsystem beeinflussen, fügen die Fachleute hinzu. (as)

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