Große Kinder-Studie zu Covid-19: Virus trifft Jungen härter als Mädchen

Große Kinder-Studie zu Covid-19: Virus trifft Jungen härter als Mädchen

Erstmals untersuchte eine europaweite Studie den Verlauf von Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen. Dabei entdeckten die Forscher Risikofaktoren für einen schweren Verlauf bei den unter 18-Jährigen. Obwohl einige Kinder auf die Intensivstation müssen, sterben nur sehr wenige.

Auch Kinder können schwer an Covid-19 erkranken. Das passiert jedoch viel seltener als bei Erwachsenen und endet im Großteil der Fälle mit einer vollständigen Genesung, wie eine Analyse der Daten von 82 Gesundheitszentren in 25 europäischen Ländern nun zeigt.

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Die Forscher um Florian Götzinger vom Wilhelminenspital in Wien untersuchten die Fälle von 582 positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Kindern und Jugendlichen im Alter von drei Tagen bis 18 Jahren. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im renommierten Fachjournal „The Lancet Child and Adolescent Health“.

Kein Kind unter zehn Jahren starb nach Infektion mit Sars-CoV-2

Dabei fanden sie heraus: Nur etwa acht Prozent der infizierten Kinder und Jugendlichen (48) mussten auf Intensivstationen behandelt werden, mechanisch beatmet wurden vier Prozent (25). Zum Vergleich: Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt, dass die Rate aller Menschen, die in Deutschland hospitalisiert werden müssen, bei 17 Prozent liegt. Götzinger et al. / Screenshot Studie Anzahl der an Covid-19 erkrankten Kinder nach Land: Grün bedeutet keine Infektionen, Dunkelrot, dass es mehr als 50 Fälle waren.

Gestorben sind von den 582 unter 18-Jährigen vier. „Die Studie bestätigt, dass Covid-19 bei Kindern eher einen milden Verlauf nimmt, obwohl einige auch Intensivbetreuung gebraucht haben. Tod ist selten. Vorerkrankungen wie Krebs, Herz- oder Lungenkrankheiten werden mit einem schwereren Verlauf in Zusammenhang gebracht. Kein Kind unter zehn Jahren starb“, fasst Epidemiologe Keith Neal von der Universität Nottingham zusammen.

Faktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf bei Kindern

Doch nicht nur Vorerkrankungen erhöhten das Risiko für einen schweren Verlauf. Die Forscher konnten anhand der gesammelten Daten zusätzlich folgende Risikofaktoren ausmachen:

  • Alter von weniger als einem Monat
  • männliches Geschlecht
  • das Vorhandensein von Symptomen einer Infektion der unteren Atemwege bei der Erstvorstellung

Diese Merkmale trafen laut Studie am häufigsten auf die Kinder zu, die intensivmedizinische Betreuung benötigt haben.

Wo steckten sich Kinder und Jugendliche mit Sars-CoV-2 an?

Die Forscher versuchten auch herauszufinden, wo sich die Kinder infiziert hatten. Im Großteil der Fälle steckten sie sich demnach bei den eigenen Eltern an (56 Prozent), in vier Prozent der Fälle war es am wahrscheinlichsten ein Geschwisterkind. In den restlichen 40 Prozent war es eine Person außerhalb der Familie oder der Ursprung war unbekannt.

Auch erkrankten mit einem Verhältnis von 1,15:1 häufiger männliche Kinder als weibliche. Auf die Intensivstation kamen insgesamt 48 Kinder, davon 15 Mädchen (31 Prozent) und 33 Jungs (69 Prozent).

Erste Studie ihrer Art – mit Verbesserungspotential

Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um die erste umfassende Kohortenanalyse zu Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen. Epidemiologe Neal gibt allerdings zu bedenken: „Diese Studie untersuchte nur Kinder, die so krank waren, dass die Aufnahme in einem Krankenhaus gerechtfertigt war.“

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