Krankmachender Lärm – Millionen Deutsche leiden am Verkehrslärm – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

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Insbesondere nächtlicher Verkehrslärm eine Gesundheitsbelastung

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter zu hohen Lärmbelastungen, sowohl tagsüber als auch nachts. Beispielsweise sind 10,9 Millionen Menschen in Deutschland durch nächtlichen Verkehrslärm betroffen, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) von den neusten erhobenen Daten.

Bei zu hoher Lärmbelastung drohen gesundheitliche Folgen, die von Schlafstörungen über Beeinträchtigungen der kognitiven Entwicklung bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen reichen. Eine wesentliche Quelle der Belastung ist dabei der Verkehrslärm. Millionen Menschen in Deutschland haben laut dem aktuellen Bericht sowohl tagsüber, als auch nachts unter einer zu hohen Verkehrslärmbelastung zu leiden.

„Alle fünf Jahre wird die Geräuschbelastung durch unterschiedliche Schallquellen, auf Grundlage der Berechnungsverfahren der Umgebungslärmrichtlinie (2002/49/EG), berechnet und kartiert“, so die Mitteilung des RKI. In dem Beitrag „Gesundheitliche Auswirkungen von Umgebungslärm im urbanen Raum“ wurden jetzt die neuesten Zahlen zusammengetragen.

Fast 20 % der Bevölkerung leiden unter Verkehrslärm
Aus den Daten geht hervor, dass in Deutschland ca. 10,9 Millionen Menschen von Verkehrslärm mit durchschnittlich mehr als 50 Dezibel (dB) in der Nacht betroffen sind und etwa 15,8 Millionen bei einer ganztägigen Betrachtung von 24 Stunden durchschnittlich mit Verkehrslärm von mehr als 55 dB belastet sind. Oberhalb dieser Dauerschallpegel drohen laut Mitteilung des RKI negative gesundheitliche Folgen.

Straßenverkehr häufigste Verkehrslärmquelle

Verkehrslärm ist der Überbegriff für den Lärm, der von „Straßenverkehr, Eisenbahnverkehr, Flugverkehr sowie Geländen für industrielle Tätigkeiten ausgeht“, erläutert das RKI. Dabei gehen allerdings von den jeweiligen Verkehrsträgern unterschiedliche Belastungen aus. So ist die am weitesten verbreitete Verkehrslärmquelle der Straßenverkehr. In den Ballungsräumen werden durch diesen rund 5,7 Millionen Menschen mit über 55 dB tagsüber und 1,7 Millionen Menschen mit über 50 dB nachts belastet.

Schienenverkehr ist indes im Bereich der Schienenwege insbesondere nachts ein Problem und vom Fluglärm sind zwar bundesweit betrachtet relativ wenig Menschen betroffen, doch im Umfeld von Verkehrsflughäfen bildet der Fluglärm häufig die dominante Geräuschquelle.

Drohende gesundheitliche Folgen

Neben dem erhöhten Stresspegel durch die Lärmbelästigung sind Schlafstörungen und Beeinträchtigungen in der kognitiven Entwicklung sowie – bei einer andauernden langjährige Geräuschbelastung – auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mentale Beeinträchtigungen mögliche Folgen. „Insbesondere die Lärmbelästigung und Schlafstörungen können bei längerer Latenz zu weiteren manifesten gesundheitlichen Erkrankungen führen“, heißt es in dem Bericht.

Schlafstörungen besonders kritisch

„Ein durch Umgebungslärm gestörter oder zu kurzer Schlaf kann das neuroendokrine System einschließlich des Immunsystems negativ beeinflussen“, so die Experten weiter. Neben Beeinträchtigung geistiger und körperlicher Leistungen als akute Wirkung, drohe auch eine erhöhte kardiometabolische Morbidität und Mortalität.

So weise eine neue Studie darauf hin, dass insbesondere eine gestörte Nachtruhe das Risiko erhöht, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Ebenfalls medizinisch relevant seien psychische Erkrankungen wie Depression und Angststörungen, die häufig durch gestörten Schlaf ausgelöst werden.

Tatsächlich noch mehr Menschen belastet

Angesichts der hohen Zahl an Betroffenen, die zu hohen Lärmbelastungen ausgesetzt sind, ist von weitreichenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Bevölkerung durch den Verkehrslärm auszugehen. Dabei wurden in den „Lärmkartierungen“ ausschließlich Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als drei Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr, Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 30.000 Zugbewegungen jährlich sowie Großflughäfen mit mehr als 50.000 Flugbewegungen im Jahr berücksichtigt, so dass die Gesamtzahl der Betroffenen eine Unterschätzung darstellt, berichten die Forschenden. (fp)

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