Krebsforschung: Neuer Bluttest identifiziert und lokalisiert über 50 Krebsarten – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

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Neuer Bluttest kann ein breites Spektrum von Krebsarten erkennen

Inmitten der Corona-Krise berichtet die Krebsforschung von einem Durchbruch: Ein neuer Bluttest erwies sich als fähig, über 50 verschiedene Krebsarten mit hoher Genauigkeit zu erkennen und den Ort der Tumoren im Körper aufzudecken.

Unter der Leitung der renommierten non-Profit-Organisationen Dana-Farber Cancer Institute der Harvard Medical School und der Mayo Clinic in Rochester, USA entwickelte ein internationales Forschungsteam einen Bluttest, der in der Lage ist, über 50 Krebsarten zu erkennen und deren Ursprung im Körper anzuzeigen. Der Krebstest wurde kürzlich in dem Fachjournal „Annals of Oncology“ präsentiert.

Ein Durchbruch in der Früherkennung von Krebs

In einer Studie, die Tausende von Teilnehmenden umfasste, konnte ein neuer Bluttest mehr als 50 Krebsarten sowie deren Lokalisierung im Körper mit hoher Genauigkeit feststellen. Das Forschungsteam der weltweit hoch anerkannten Institutionen spricht dem Test eine neue Schlüsselrolle in der Krebsfrüherkennung zu. Die Früherkennung ist wiederum von entscheidender Bedeutung in der Krebsbehandlung.

Das besondere an dem Test ist zudem, dass unter den Krebsarten, die durch den Test entdeckt werden können, einige besonders gefährliche Formen sind, für die es bislang keine Standardverfahren zur Früherkennung gibt.

Wie funktioniert der Test?

Der Test macht sich die neusten Erkenntnisse aus der Genetik zunutze, um die Anordnung von chemischen Einheiten auf der DNA von Krebszellen zu analysieren. Diese Einheiten werden als Methylgruppen bezeichnet. Diese Gruppen haften an bestimmten Abschnitten der DNA und kontrollieren, ob Gene aktiv oder inaktiv sind.

In Krebszellen unterscheidet sich jedoch die Anordnung dieser Methylgruppen deutlich von normalen Zellen. Die Muster dieser Gruppen liefern einen genauen Hinweis darauf, um welche Krebserkrankung es sich handelt. Wenn Krebszellen sterben, entleert sich ihre DNA samt den anhaftenden Methylgruppen ins Blut, wo sie dann von dem neuen Test gemessen werden können.

Ein Test für alle

„Unsere früheren Arbeiten zeigten bereits, dass auf Methylierung basierende Tests die traditionellen DNA-Sequenzierungsansätze zum Nachweis mehrerer Krebsformen in Blutproben übertreffen“, erläutert Dr. Geoffrey Oxnard vom Dana-Faber-Institute, der zusammen mit Dr. med. Minetta Liu von der Mayo Clinic die Studie leitete. Die derzeitigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Test eine praktikable Methode darstellt, um Menschen auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Krebsarten zu untersuchen.

Welche Krebsarten erkennt der Test?

In der Studie verwendeten die Forschenden den Test, um 6.689 Blutproben zu analysieren. 2.482 Proben stammten von Personen, die eine bekannte Krebserkrankung hatten. Zudem wurden 4.207 Proben von Menschen untersucht, bei denen kein Krebs diagnostiziert wurde. Unter den Proben der Krebserkrankten waren mehr als 50 Krebsarten vertreten, darunter:

Wie genau ist der Test?

In der Studie konnte der Test die Krebsarten mit einer Genauigkeit von 99,3 Prozent erkennen. In 0,7 Prozent der Fälle wurde fälschlicherweise das Vorliegen einer Krebserkrankung diagnostiziert. Zudem konnte der Test in mehr als 90 Prozent der Fälle korrekt erkennen, welches Organ, beziehungsweise welches Gewebe vom Krebs befallen ist.

Test muss noch auf einer breiteren Ebene überprüft werden

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass dieser Ansatz zur Prüfung zellfreier DNA im Blut ein breites Spektrum von Krebsarten in praktisch jedem Stadium der Krankheit erkennen kann, wobei die Spezifität und Empfindlichkeit annähernd das Niveau erreicht, das für ein Screening auf Bevölkerungsebene erforderlich ist“, resümiert Oxnard. In einer anschließenden Studie soll nun der Bluttest an weiteren Teilnehmenden getestet werden, vorwiegend an Menschen mit erhöhtem Krebsrisiko, um die Verlässlichkeit weiter zu untersuchen und zu verbessern. (vb)

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