Laut Studie erhöht sich die Schutzwirkung durch eine Kombi-Impfung um ein Vielfaches

Laut Studie erhöht sich die Schutzwirkung durch eine Kombi-Impfung um ein Vielfaches

Das Problemkind unter den Impfstoffen hat einen Namen: Astrazeneca. In der öffentlichen Wahrnehmung hat das Corona-Vakzin ordentlich gelitten. Dazu kommt, dass Unter-60-Jährigen, die bereits mit dem Vakzin erstgeimpft wurden, nun empfohlen wird, bei der Zweitimpfung einen mRNA-Impfstoff zu wählen. Aber ist Mix'n'Match eine gute Idee, mRNA- auf Vektor-Technologie sicher? Das spanische Gesundheitsministerium hat sich die Kombi-Impfungen genauer angesehen. Erste Zwischenergebnisse der Studie, die jetzt veröffentlicht wurden, sind vielversprechend. Demnach ist ein Mix der Präparate von Astrazeneca (Erstimpfung) und Biontech/Pfizer (Zweitimpfung) nicht nur sicher, sondern sogar außerordentlich wirksam. Die Schutzwirkung erhöhte sich durch die Kombi-Impfung um ein Vielfaches.

Insgesamt nahmen 673 Menschen zwischen 18 und 59 Jahren an der CombivacS-Studie der spanischen Forscher:innen teil. Alle waren bereits einmal mit dem Astrazeneca-Vakzin geimpft. Ein Teil der Gruppe erhielt als Zweitimpfung den Wirkstoff von Biontech/Pfizer, die anderen wurden in diesem Zeitraum kein zweites Mal geimpft und dienten als Kontrollgruppe. Es ist die weltweit erste Studie, die sich mit der Wirksamkeit eines heterogenen Impfschemas auseinandersetzt.

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Gute Effekte bei Kreuz-Impfung

Die Zwischenergebnisse aus der klinischen Phase II sind überraschend. Das Antikörperniveau sei bei der zweiten Dosis mit dem mRNA-Impfstoff bis zu 40-mal höher gewesen als bei der Kontrollgruppe. Und die Menge neutralisierender Antikörper, schreiben die Forscher:innen, sei nach der Zweitimpfung mit dem mRNA-Impfstoff auf das Siebenfache angestiegen. Sollten sich diese Ergebnisse verfestigen, könnte das bedeuten, dass die Kombi-Impfung sogar effektiver wirkt, eine stärkere Immunreaktion auslöst, als eine Impfung mit zwei Dosen Astrazeneca. Die spanischen Forscher:innen hatten die beiden Optionen in der Studie zwar nicht verglichen, doch laut der klinischen Daten aus der Zulassung, steigt die Zahl dieser Antikörper nach der zweiten Astrazeneca-Gabe nur um das Dreifache.

Auch die Verträglichkeit von Kombi-Impfungen scheint laut Studie kein Problem darzustellen. Nur 1,7 Prozent der Geimpften habe von Impf-Nebenwirkungen berichtet. Zu diesen zählten bereits bekannte Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schüttelfrost, Fieber, leichter Husten. "Zusammenfassend lässt sich sagen, dass keine Nebenwirkungen in irgendeinem Fall zu zusätzlicher medizinischer Behandlung oder Krankenhausaufenthalt führten", schreiben die Forscher:innen.

Dies widerspricht den ersten Ergebnissen einer Studie, welche Wissenschaftler:innen der Universität Oxford jüngst veröffentlichten. Diese hatten beobachtet, dass Menschen, die zweimal mit dem gleichen Vakzin geimpft wurden, seltener mit Nebenwirkungen zu kämpfen hatten. Mix-Geimpfte hingegen hatten es öfter mit leichten oder mittelschweren Impf-Reaktionen zu tun.

Obwohl das Vakzin von Astrazeneca laut Studien den mRNA-Vakzinen in puncto Wirksamkeit in Nichts nachsteht, ist die Skepsis groß. Der kurzzeitige Impfstopp, der Trubel um Nebenwirkungen und das Hickhack darum, in welcher Bevölkerungsgruppe das Vakzin verimpft werden darf und in welcher nicht, hat dafür gesorgt, dass viele Impflinge den Wirkstoff ablehnen. In der vergangenen Woche beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern nun, dass Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine Dosis Astrazeneca erhalten haben, bei der Zweitimpfung ein mRNA-Präparat verimpft bekommen sollen. Nur in Einzelfällen sollen bei dieser Gruppe beide Impfungen mit dem Vektorimpfstoff vorgenommen werden. 

Quellen: Instituto de Salud Carlos III,  EMA, BMJ

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