Nahrungsergänzungsmittel im Sport und ihre Sicherheitsaspekte

Nahrungsergänzungsmittel im Sport und ihre Sicherheitsaspekte

Nahrungsergänzungsmittel sind mittlerweile ein Milliardengeschäft, dessen Umsatz seit einigen Jahren stetig wächst. Das Versprechen der leistungssteigernden Wirkung durch Nahrungsergänzungsmittel veranlasst gerade Sportler:innen, viel Geld für Supplemente auszugeben. Aufgrund immer neuer Produkte und zugleich fehlender Kontrollen seitens der Lebensmittelbehörden ist der Markt für Nahrungsergänzungsmittel mittlerweile nicht nur unübersichtlich, er birgt auch viele unentdeckte Risiken in Form von illegalen Produkten. 

Aus Sicht der Leistungssportler:innen gibt es für sie etliche Gründe Nahrungsergänzungsmittel (NEM) einzunehmen. Meist entsprechen diese genau den Werbeaussagen der Produkte: Steigerung der Leistungsfähigkeit und des allgemeinen Gesundheitszustands, Prävention von Krankheiten und Verletzungen, schnellere Regeneration, Ergänzung einer nicht ausgewogenen Ernährung und um Nährstoffverluste durch den Sport schnellstmöglich wieder wettzumachen. Dennoch ist zu konstatieren, dass es sich bei Leistungssportler:innen in der Regel um gesunde, sich gut ernährende Personen handelt und sie daher auf eine Supplementierung von Nährstoffen oder anderen Substanzen nicht zwingend angewiesen sind. Nur für vegetarische bzw. vegane Leistungssportler:innen oder bei Feststellung eines konkreten Nährstoffmangels, ist eine Supplementierung bestimmter Nährstoffe auf ärztliche Anweisung erst wirklich sinnvoll. Insofern ist die Einnahme mehrerer Supplemente bei fehlender Indikation nicht nur überflüssig und rausgeworfenes Geld, sondern erweist sich in einigen Fällen sogar als kontraproduktiv oder gesundheitsschädigend.

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NEM gehören rechtlich zu den Lebensmitteln und werden letztendlich auch als solche gehandhabt. Sie werden nicht, wie oft vermutet, in der gleichen Art und Weise wie Arzneimittel reguliert. Konkret heißt das, dass die Verantwortung für die Sicherheit sowie die deklarierte Wirksamkeit eines Nahrungsergänzungsmittels alleinig beim Hersteller liegt. Zwar unterliegen in Deutschland hergestellte Nahrungsergänzungsmittel den Kontrollen der zuständigen Lebensmittelbehörden auf Bundesländerebene, diese erfolgen jedoch meist nur stichprobenartig, da in den Kontrollbehörden ein massiver Personalmangel besteht. Schon das Inverkehrbringen der Produkte verläuft einfach per Online-Anmeldung beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ohne eine vorherige Prüfung des Produkts oder des Herstellerbetriebs. Abgesehen davon stellt der Onlineverkauf von Nahrungsergänzungsmittel aus dem EU-Ausland eine weitere Sicherheitslücke dar, denn für diese Produkte gelten weder die nationalen noch die EU-Vorschriften. Folglich sind in Deutschland eine Reihe von NEM erhältlich, von denen ohne entsprechende Kontrollen und Verbrauchsstudien die zwei wichtigsten Fragen für Konsument:innen nicht nachweislich beantwortet werden können: 

Weiterhin sind ohne diese wissenschaftlichen Belege gesundheitsbezogene Angaben oder Versprechungen auf NEM nach der Health-Claims-Verordnung verboten – was viele Hersteller trotzdem nicht davon abhält, ihr Produkt mit irreführenden Gesundheitsslogans zu versehen.

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