Pharmagroßhandel in der Zwickmühle

Pharmagroßhandel in der Zwickmühle

Die Apotheken und der Pharmagroßhandel sind eng miteinander verknüpft. Beide sind mit steigenden Kosten bei begrenzten Honoraren konfrontiert. Die Rabattpolitik hat den Großhandel in ein Dilemma gebracht. Doch einen Ausweg kann es nur gemeinsam für die Apotheken und den Großhandel geben. Diese Zusammenhänge sind das Thema von drei Beiträgen in der aktuellen DAZ-Ausgabe.

Professor Andreas Kaapke stellt die Frage „Quo vadis Großhandel?“. Denn er sieht die Branche in einem schweren Dilemma. Der Wettbewerb hat einen oligopolistischen Markt geschaffen, in dem alle Anbieter vor der gleichen Problemstruktur stehen. Die Kosten steigen durch zunehmende Anforderungen und die Inflation. Zugleich haben die Großhändler ihre Rationalisierungsmöglichkeiten so weit ausgeschöpft, wie es die hohen Anforderungen des Marktes erlauben. Die Konzentration ist so weit fortgeschritten, dass Übernahmen kaum noch Vorteile bieten. Die Einnahmen sind eng begrenzt und die Großhändler gewähren zudem Rabatte an die Apotheken. Denn im Wettbewerb sei für die Apotheken nichts „so betörend“ wie diese Rabatte gewesen, meint Kaapke. Dabei seien die Großhändler an ihre Grenzen und bisweilen darüber hinaus gegangen. Dies führe zu einem Dilemma: Wenn die Großhändler die Rabatte für Apotheken streichen würden, würde dieses Geld bei den Apotheken fehlen.

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Denn die Apotheken sieht Kaapke angesichts ihrer seit dem Jahr 2004 nur einmal angepassten Vergütung ebenfalls in einer wirtschaftlich problematischen Lage. Auch sie werden durch immer neue Anforderungen und zunehmend durch die Inflation belastet, ohne dass ihre Einnahmen entsprechend steigen. Kaapke erwartet daher, dass zahlreiche Apotheken über kurz oder lang nicht mehr überlebensfähig wären, wenn der Großhandel die Rabatte streicht. Damit würde der Großhandel wiederum seine eigene Existenzgrundlage gefährden.

Wege aus diesem Dilemma sieht Kaapke nur durch Hilfe von außen. Wenn die Apotheken mehr Honorar erhalten würden, könnten sie auf die Großhandelsrabatte verzichten. Damit wäre indirekt dem Großhandel geholfen. Kaapke sieht dringenden Handlungsbedarf, weil das Großhandelsoligopol sonst zum Monopol werden könnte, und folgert: „Es wäre töricht, wenn der Staat einerseits für die Dis­tribution von Arzneimitteln definiert, dass sie nicht dem Spiel der freien Marktkräfte unterliegen dürfen, den darauf­hin etablierten Strukturen aber nicht den ökonomischen Nährboden gibt, um dies adäquat umzusetzen. Dann würde aus einem Marktdilemma ein Staatsdilemma!“

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