So erkennen Sie tierversuchsfreie Kosmetik

So erkennen Sie tierversuchsfreie Kosmetik

Es ist längst nicht mehr nur ein Trend, denn bewusstes und nachhaltiges Konsumieren ist eine Frage der Lebenseinstellung. Das gilt nicht nur für die Herkunft von verschiedenen Konsumgütern, sondern auch für den Herstellungsprozess. Wer Kosmetika wie Cremes, Make-up, Deodorants oder Ähnliches kauft und verwendet, ist bewusst oder unbewusst Teil eines Ganzen. Denn Angebot und Nachfrage prägen die Wirtschaft, sodass eine Kaufentscheidung nicht nur der Griff zu einem beliebigen Produkt oder einer Marke ist, sondern auch ein stilles Einverständnis mit den Herstellungsbedingungen. Bewusst würde dabei wahrscheinlich niemand zu Kosmetik greifen, die an Tieren getestet wurde. Unbewusst passiert das allerdings leichter als gedacht. Zwar sind Tierversuche in der EU seit vielen Jahren verboten, aber es gibt gesetzliche Schlupflöcher für Unternehmen. So liegt es nicht an böser Absicht, wenn man Kosmetik kauft, die an Tieren getestet wurde, sondern an Unwissenheit. Wie Sie tierversuchsfreie Kosmetik selbst erkennen können und welche Marken sich auf der "Tierversuchsfrei-Liste" der Tierrechtsorganisation Peta befinden, lesen Sie hier.

Tierversuche sind gesetzlich verboten

Einerseits ist der Verkauf und der Import von Kosmetikprodukten und Kosmetikrohstoffen, bei deren Herstellung Tierversuche durchgeführt wurden, in der EU seit mittlerweile sieben Jahren verboten, andererseits gibt es laut dem Deutschen Tierschutzbund aber auch heute noch Gesetzeslücken. Schon 2003 beschloss die EU-Kommission die schrittweise Abschaffung von Tierversuchen für Kosmetik- und Pflegeprodukte. 2004 folgte ein Verbot für Tierversuche in der gesamten EU und seit 2009 gilt dieses Verbot auch für die Inhaltsstoffe von Kosmetika. 2013 trat dann die letzte Stufe des umfassenden Gesetzes in Kraft, sodass es Kosmetikunternehmen komplett verboten ist, Tierversuche für ihre Produkte oder deren Inhaltsstoffe durchzuführen oder in Auftrag zu geben. 

Tierversuchsfreie Kosmetik: Wie erkennt man sie?

Sie können tierversuchsfreie Kosmetik erkennen, indem Sie wissen, wofür die auf den Produktverpackungen abgebildeten Gütesiegel stehen. Folgende drei Siegel sollten Sie im Zusammenhang mit tierversuchsfreier Kosmetik kennen. Erwähnenswert sind aber auch das BDIH-Siegel sowie das Natrue-Label. Letzteres verfolgt in Sachen Tierversuche in der Kosmetikindustrie eine klare Linie, sodass Natrue-zertifizierte Produkte nicht in Ländern verkauft werden dürfen, die Tierversuche voraussetzen (bspw. China). Der BDIH lässt sich etwas mehr Spielraum, denn Kosmetik, die dieses Siegel trägt, darf zwar nicht an Tieren getestet worden sein, es sei denn, die Durchführung oder Veranlassung dieser Versuche ist weder auf den Rohstoffhersteller, den Rohstoffanbieter oder den Hersteller des Endprodukts zurückzuführen.

Tipp: Kennen Sie die App "Codecheck"? Mithilfe der App können Sie Inhaltsstoffe direkt im Geschäft identifizieren. Einfach den Barcode von der Kosmetik mit dem Handy scannen und in wenigen Sekunden wissen Sie, was Sie in der Hand halten. 

Gütesiegel

Leaping Bunny

Es handelt sich um ein international gültiges Siegel, das Kosmetik ohne Tierversuche auszeichnet. Vergeben wird es von der "Coalition for Consumer Information on Cosmetics (CCIC)", einem Netzwerk von acht Tierschutzorganisationen aus mehreren Ländern. Unternehmen, die das Siegel verwenden, verpflichten sich, keine Tierversuche durchzuführen, in Auftrag zu geben oder sich daran zu beteiligen. Das betrifft jeden einzelnen Inhaltsstoff sowie die Endprodukte. 

Veganblume

Vergeben wird die Veganblume von der "Vegan Society". Es ist das einzige Siegel, das sowohl für vegane als auch für Kosmetik ohne Tierversuche steht. Sowohl das Produkt als auch seine Produktionsprozesse und Inhaltsstoffe müssen vegan und tierversuchsfrei sein, um dieses Siegel tragen zu dürfen.

Hase mit schützender Hand

Der "Deutsche Tierschutzbund" bestimmt zusammen mit dem "Internationalen Herstellerverband für tierschutzgeprüfte Naturkosmetik, Kosmetik und Naturwaren e.V. (IHTN)" die Richtlinien des Siegels. Die Standards des Labels gehen sogar über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus.

Tierversuchsfreie Kosmetik: fünf Marken im Vergleich

Die folgenden Marken sind nur einige von vielen, die sich beispielsweise auf der "Tierversuchsfrei-Liste" von Peta befinden oder eines der Gütesiegel tragen.

Lavera

Das Sortiment von der Naturkosmetik Marke "Lavera" finden Sie in jeder Drogerie. Zu kaufen gibt es eine große Bandbreite an Produkten — von Cremes über Duschschaum bis hin zu Make-up. Die natürlichen Inhaltsstoffe stammen überwiegend aus biologischem Anbau und tragen neben dem Natrue-Gütesiegel, das Natur- und Biokosmetik kennzeichnet, auch die Veganblume. Das gesamte Sortiment von "Lavera" ist tierversuchsfrei und klar als solches gekennzeichnet.

Dr. Hauschka

"Dr. Hauschka" gilt als Naturkosmetik-Pionier und ist bekannt für die Produkte hochwertige Bio-Rohstoffe zu verwenden, die teilweise sogar vom Unternehmen selbst angebaut werden. Das Sortiment umfasst Pflege- und dekorative Kosmetikprodukte, die teilweise vegan sind und zu 100 Prozent tierversuchsfrei. Überwiegend sind die Inhaltsstoffe pflanzlichen Ursprungs, Ausnahmen bilden nur Stoffe wie zum Beispiel Bienenwachs, Honig oder auch Seidenpulver. "Dr. Hauschka" befindet sich auf der "PETA-Tierversuchsfrei-Liste" (mehr Informationen zu dieser Liste finden Sie im Verlauf des Artikels) und beliefert daher auch nicht den chinesischen Markt.

Colibri cosmetics

"Colibri cosmetics" ist ein veganes Kosmetikunternehmen, dass seine Produkte in Deutschland fertigt. Der Verzicht auf Tierversuche und die Verwendung veganer Inhaltsstoffe sollen fürdas Naturkosmetikunternehmen selbstverständlich sein, ein Blick auf die "PETA-Tierversuchsfrei-Liste" bestätigt das auch. Die Basis für Produkte von "Colibri cosmetics" sind vegane Rohstoffe aus der Natur, ergänzt werden sie um wirkungsvolle, synthetische Wirkstoffe aus dem Labor, sodass komplett auf Stoffe tierischen Ursprungs verzichtet wird.

Benecos

Die Naturkosmetik Marke "Benecos" steht auf der "PETA-Tierversuchsfrei-Liste" und spricht vor allem eine junge Zielgruppe an. Weder die Endprodukte noch die verarbeiteten Inhaltsstoffe wurden an Tieren getestet. Fast alle Produkte sind außerdem BDIH-zertifiziert und vegan. Der Schwerpunkt des Sortiments liegt auf dekorativer Kosmetik wie Make-up, Mascara oder Nagellack. 

Foamie

Auch "Foamie" steht auf der "PETA-Tierversuchsfrei-Liste". Die Shampoos, in Form fester Seife, sind laut Hersteller vegan und werden ohne Tierversuche hergestellt. Außerdem produziert "Foamie" lokal in Deutschland und wirbt damit, dass die Seifen und Duschschäume frei von Mineralölen, PEG, Parabenen, Silikonen und Lilial sind. Mit seinem Sortiment trifft "Foamie" einen Nerv, denn Haarseifen und feste Shampoos liegen im Trend, denn oft kommen die festen Seifenstücke fast ohne (Plastik-)Verpackung aus, sodass sich Müll einsparen lässt.

PETA-Tierversuchsfrei-Liste

Die Europäische Kosmetik-Verordnung verbietet zwar Tierversuche in der EU, die internationale Tierrechtsorganisation Peta pflegt aber eine Liste mit Unternehmen, die Standards über gesetzliche Vorgaben hinaus erfüllen. Denn die gesetzliche Verordnung der EU ermöglicht unklare gesetzliche Auslegungen, was dazu führt, dass nach wie vor auch in europäischen und deutschen Regalen Kosmetikartikel zu kaufen sind, die an Tieren getestet wurden. Peta nimmt in der Positivliste ausschließlich Kosmetikhersteller mit klaren Richtlinien gegen Tierversuche auf. Laut Peta "sind das Unternehmen, deren Firmenpolitik eindeutig Stellung gegen Tierversuche beziehen und die so dabei helfen, Tierleid zu vermeiden und in Zukunft vollständig abzuschaffen." Dass Peta diese "PETA-Tierversuchsfrei-Liste" ins Leben gerufen hat und somit Standards pflegt, die über die gesetzlichen Vorgaben hinaus gehen, liegt an folgenden zwei Umständen:

  • Die Europäische Chemikalienverordnung "REACH" verlangt in verschiedenen Fällen Tierversuche. Unternehmen, die auf der Positiv-Liste von Peta stehen, sichern daher zu, keinerlei Tierversuche durchzuführen oder in Auftrag zu geben, auch nicht über die Ausnahme der Verordnung "REACH".
  • China verlangt für den Export von Kosmetikprodukten Tierversuche, sonst können die Produkte in China nicht verkauft werden. Laut Peta war dieser Umstand lange unbekannt, da die Versuche von chinesischen Einrichtungen gemacht werden. Das bedeutet, wenn ein Unternehmen seine Produkte auch in China verkauft, geht das zwingend mit Tierversuchen einher.

Ist vegane Kosmetik tierversuchsfrei?

Die Attribute vegan und tierversuchsfrei sind nicht gleichbedeutend. Vegane Produkte enthalten zwar keine Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs, wie zum Beispiel Bienenwachs oder Honig, können aber Inhaltsstoffe enthalten, die an Tieren getestet wurden. Umgekehrt gilt das auch, so können tierversuchsfreie Produkte trotzdem tierische Stoffe enthalten. Sie erkennen vegane und tierversuchsfreie Produkte am besten an der Veganblume, denn dieses Gütesiegel vereint die Standards veganer und tiefversuchsfreier Kosmetik.

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