Bayern: Bußgeld von mindestens 500 Euro bei Verstoß gegen Ausgangssperre

Bayern: Bußgeld von mindestens 500 Euro bei Verstoß gegen Ausgangssperre

Bayern: Bußgeld von mindestens 500 Euro bei Verstoß gegen Ausgangssperre

Die Bayrische Staatsregierung hat das Mindestbußgeld für einen Verstoß gegen die nächtlichen Ausgangssperren auf mindestens 500 Euro festgesetzt. Ab Mittwoch dürfen im Freistaat die Menschen zwischen 21 und 5 Uhr ihr Haus oder ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen.

Experten vorsichtig mit Prognosen zur Lockdown-Wirkung

Experten sind mit Prognosen vorsichtig, ob der deutschlandweite Corona-Lockdown ab Mittwoch umfassend genug ist, damit die Ansteckungszahlen wieder sinken und das Gesundheitssystem rechtzeitig entlastet wird. "Seriös wird diese Frage niemand beantworten können", sagte Max Geraedts, der Leiter des Instituts für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie an der Universität Marburg, der Deutschen Presse-Agentur (DPA). "Die Erfahrungen mit dem ersten Lockdown in Deutschland lassen eine positive Wirkung erwarten, während Erfahrungen aus dem Ausland zum Teil keine so durchschlagenden Erfolge zeigen." Der Chefvirologe der Universität Heidelberg, Hans-Georg Kräusslich, sagte der dpa, man werde erst in rund zwei Wochen sagen können, welchen Erfolg die weitergehenden Maßnahmen bewirkt hätten.

Söder: Bis 10. Januar müssen sich Maßnahmen bewähren

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat dazu aufgerufen, die am Sonntag verabschiedeten Lockdown-Beschlüsse bundesweit konsequent umzusetzen. "Corona ist außer Kontrolle", sagte Söder während einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung in München. Es sei nun wichtig, "endlich die Ausnahmedebatten zu beenden". "Ob der 10. Januar das Endzeitdatum sein wird, kann niemand vorhersagen", so der CSU-Chef weiter. Die Bund-Länder-Kommission sei überzeugt, dass die nun beschlossenen Maßnahmen wirksam sein werden. Ob sie ausreichend sein werden, werde sich zeigen müssen. Am 5. Januar werde es eine Bestandsaufnahme und gegebenenfalls weitere Entscheidungen geben.

Ministerpräsidenten beim Glühweintrinken


Wie AfD-Politiker mit diesem alten Foto Stimmung machen – und wie Sie selbst solche Versuche entlarven

Handel: Politik soll das Abholen von Waren in Läden erlauben

Der Handelsverband Deutschland (HDE) dringt darauf, den Einzelhändlern im Lockdown weiterhin die Übergabe von im Internet bestellter Ware (Click and Collect) in den Läden zu erlauben. "Wir fordern, dass das Click and Collect möglich bleiben muss", sagte am Montag HDE-Sprecher Stefan Hertel der Deutschen Presse-Agentur. Das Thema sei bei den Beratungen von Bund und Ländern am Sonntag noch nicht geregelt worden und müsse jetzt von den Ländern in ihren Verordnungen geklärt werden. Auch der E-Commerce-Verband bevh, hatte zuvor erklärt, ein solcher Schritt könnte das Überleben des stationären Handels sichern und die allgemeine Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Unterstützung bekamen die Verbände von den Elektronikketten Media Markt und Saturn und dem Möbelhändler Ikea.

„Querdenker“-Demo an Silvester wird voraussichtlich verboten

Wegen der drastischen Einschränkung des öffentlichen Lebens angesichts der Corona-Pandemie fällt voraussichtlich auch die angekündigte "Querdenker"-Demonstration an Silvester in Berlin aus. Senat und Polizei gingen davon aus, dass Silvester und Neujahr ein Demonstrationsverbot gelten werde, sagte ein Sprecher der Senatsinnenverwaltung am Montag. Allerdings müsse der Senat die Entscheidungen des Bundes und der Ministerpräsidenten vom Wochenende noch formal beschließen. Die Polizei werde das dann den Anmeldern von Demonstrationen an diesen Tagen mitteilen. "Ansonsten wird sich die Polizei weiterhin entsprechend auf den Jahreswechsel vorbereiten", hieß es. Laut früheren Äußerungen hält es die Polizei für möglich, dass Gegner der Corona-Maßnahmen trotz eines Verbots versuchen könnten zu demonstrieren.

Kaserne in Norddeutschland soll zentrales Impfstofflager werden

Ein Kaserne im niedersächsischen Quakenbrück wird in der Coronakrise als zentrales Impfstofflager in Deutschland vorbereitet. Die Impfdosen sollten Planungen zufolge im dortigen Versorgungs- und Instandsetzungszentrum für Sanitätsmaterial gesichert und von dort verteilt werden, erklärten Militärkreise am Montag, nachdem "Spiegel" und "NDR" berichtet hatten. Aus dem Verteidigungsministerium wurde dies auf Anfrage nicht bestätigt. Die seit einigen Wochen intern bekannten Planungen waren unter Verschluss gehalten worden, weil Störaktionen – beispielsweise von Impfgegnern – verhindert werden sollen. Das Versorgungszentrum in Quakenbrück ist eine der Marine zugeordnete Bundeswehrapotheke mit größeren logistischen Fähigkeiten. 

Verband: Ansturm auf Friseursalons vor dem Lockdown

Die Friseure nach Verbandsangaben kurz vor dem Lockdown noch einmal einen "riesigen Kundenansturm". Viele verlängerten an den letzten beiden Tagen ihre Öffnungszeiten, um möglichst viele Kunden zu bedienen, sagte Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, am Montag. "Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders, aber die Friseure sind absolut verzweifelt." Normalerweise sei der Dezember für Salons der umsatzstärkste Monat des Jahres, da sich kurz vor den Feiertagen noch mal viele Menschen die Haare schneiden ließen. "Dieser zweite Lockdown bedroht die Existenzen unseres kleinteiligen Handwerks", sagte Müller. 

Vor Lockdown am Mittwoch


"Riesiger Kundenansturm" auf Friseursalons: "Nicht im Sinne des Erfinders, aber …"

„Prüfung für uns alle“ – Steinmeier schwört auf harte Wochen ein

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich überzeugt gezeigt, dass die Coronakrise mit gegenseitiger Solidarität und Rücksichtnahme überwunden erden kann. "Die kommenden Wochen sind eine Prüfung für uns alle", sagte das Staatsoberhaupt am Montag in einer kurzen Ansprache in Berlin. "Wir sind ein starkes Land, weil in dieser schweren Krise so viele Menschen füreinander da sind und über sich hinauswachsen

Die kommende Wochen würden für viele Menschen eine belastende Zeit, betonte der Bundespräsident. "Die Einschränkungen gefährden wirtschaftliche Existenzen, machen einsam und drücken aufs Gemüt." Er betonte zugleich: "Wir sind dem Virus nicht schicksalhaft ausgeliefert." Es hänge an jedem einzelnen – "und wir wissen, was zu tun ist".

Mit Blick auf die bevorstehenden Weihnachtstage fügte Steinmeier hinzu: "Feiern lassen sich nachholen, über Geschenk freuen sich Freunde und Verwandte auch später noch." Jetzt gehe es darum, Gesundheit zu erhalten und Leben zu retten. 

Gesundheitsexperten des Bundes warnen vor Corona-Risiko für Raucher

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sieht in der Gefahr von Corona-Infektionen einen zusätzlichen Grund dafür, mit dem Rauchen aufzuhören. Raucher mit geschädigtem Bronchialsystem hätten "nach aktueller Datenlage ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf", erklärte BZgA-Chefin Heidrun Thaiss am Montag in Bonn. Studien legten auch nahe, dass Raucher anfälliger für Ansteckungen seien. Dabei spielten rauchertypische Gewohnheiten eine Rolle. So würden beim Rauchen regelmäßig die Finger nahe an das Gesicht gebracht, erläuterte Thaiss. Bekannt sei generell, dass Rauchen das Immunsystem schwäche und anfälliger für Atemwegserkrankungen mache. Thaiss wies aber zugleich darauf hin, dass es zu Zusammenhängen von Rauchen und Corona bislang nur wenige aussagekräftige wissenschaftliche Studien gebe.

Tübinger Unternehmen Curevac startet Phase-3-Studie von Impfstoff-Kandidat

Das Tübinger Pharmaunternehmen Curevac hat begonnen, seinen Corona-Impfstoff-Kandidaten im Rahmen einer Phase-3-Studie an tausenden Probanden weltweit zu testen. "Wir erwarten, dass auch diese Studie die Wirkung unseres Impfstoffs zur Prävention einer Covid-19-Infektion und somit zur Bekämpfung dieser Pandemie unter Beweis stellen wird", teilte Curevac-Chef Franz-Werner Haas am Montag mit. Die EU-Kommission hatte bereits im November einen Liefervertrag mit dem Unternehmen über zunächst 225 Millionen Impfdosen abgeschlossen.

Im Rahmen der weltweiten Phase-3-Studie soll der Impfstoffkandidat nach Unternehmensangaben nun an 36.000 freiwilligen Probanden getestet werden. Dabei werde die Wirksamkeit und Sicherheit des Medikaments überprüft. Die Hälfte der Probanden erhalte den Impfstoff, die andere ein Placebo. 

„SZ“: Coronakise führt bei 40 Prozent der Bundesbürger zu Einkommenseinbußen

Die Coronakrise führt laut einem Zeitungsbericht für immer mehr Bundesbürger zu Einkommenseinbußen. Im November hätten bereits 40 Prozent der Arbeitnehmer einen Rückgang ihres Einkommens gemeldet, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") in ihrer Montagsausgabe aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI). Der Anteil jener, die infolge der Corona-Krise Einkommen verloren oder noch verlieren, nahm demnach seit Juni um acht Prozentpunkte zu.

Für die Studie befragte das WSI zum dritten Mal seit Ausbruch der Pandemie mehr als 6000 Arbeitnehmer. Die Untersuchung ergab laut "SZ", dass Menschen mit ohnehin schon wenig Geld besonders stark unter den finanziellen Folgen der Coronakrise leiden. 

Sechs Prozent mehr Müll in der Corona-Pandemie

Während der Corona-Pandemie haben die Privathaushalte in diesem Jahr deutlich mehr Müll verursacht. Die eingesammelte Menge von Plastik und anderen Leichtverpackungen sowie von Glas stieg in diesem Jahr um jeweils rund sechs Prozent, wie eine Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) unter seinen Mitgliedsfirmen ergab. Der Grund: In Pandemiezeiten gehen die Menschen zum Essen weniger oder gar nicht mehr in Restaurants, stattdessen kaufen sie mehr ein oder bekommen Essen geliefert. Der BDE wertet die Umfrageergebnisse als Beleg dafür, dass Abfallvermeidung in Corona-Zeiten kaum möglich sei.

16.362 Fälle: Corona-Neuinfektionen deutlich über Vorwochenwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau, auch wenn die deutschen Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) zum Wochenstart wieder vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet haben. Innerhalb eines Tages wurden 16.362 neue Fälle übermittelt, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Das sind rund 4000 Fälle mehr als am vergangenen Montag, als die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 12.332 lag. Der bisherige Rekord war am Freitag mit 29.875 gemeldeten Fällen erreicht worden. An Sonntagen und Montagen sind die vom RKI veröffentlichten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten zudem 188 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor genau einer Woche hatte dieser Wert bei 147 gelegen. 

Corona-Lage in Deutschland


Neuinfektionen, Intensivbetten, Todesfälle: Diese Entwicklungen geben Anlass zur Sorge

England beginnt mit Corona-Impfungen in Hausarztpraxen

In England werden von dieser Woche an Corona-Impfungen in Hausarztpraxen im ganzen Land verabreicht. Das teilte der Nationale Gesundheitsdienst NHS mit. An 100 Standorten im Land werden demnach 80-Jährige sowie Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen mit dem kürzlich in dem Land zugelassenen Präparat von Biontech und Pfizer geimpft. Zunächst konnte der Impfstoff wegen der komplizierten Lagerung bei etwa minus 70 Grad nur in Krankenhäusern verabreicht werden. 

Sechs von zehn Deutschen fanden Corona-Maßnahmen bisher zu lasch

Eine Mehrheit der Bundesbürger fand die bisherigen Corona-Maßnahmen der Regierung zu lasch. Diese Meinung vertraten sechs von zehn Deutschen (58 Prozent) Anfang vergangener Woche in einer Umfrage, wie die Bertelsmann Stiftung am Montag mitteilte. Etwa jeder Vierte (23 Prozent) empfand die Maßnahmen laut dem Demokratiemonitor der Stiftung als "gerade richtig".

Der Bertelsmann-Umfrage zufolge sehen jüngere Menschen die Corona-Politik deutlich kritischer als die Älteren. Während nur jeder Fünfte aus der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen den Umgang der Regierung mit der Corona-Pandemie als gut für die Demokratie bewerte, liege der Wert bei den über 65-Jährigen mit 62 Prozent mehr als dreimal so hoch. Yougov befragte vom 12. bis 16. November und vom 8. bis 9. Dezember jeweils mehr als 2000 Menschen. 

Lauterbach kritisiert geringe Impfbereitschaft unter Gesundheitspersonal

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eine zu geringe Bereitschaft des Gesundheitspersonals in Deutschland kritisiert, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. "Es überrascht mich, dass die Impfbereitschaft beim medizinischen Personal nicht deutlich höher ist und es eine so große Zurückhaltung gibt", sagte Lauterbach der Funke Mediengruppe. Vermutlich stehe dahinter die Einschätzung vieler Mediziner und Pflegekräfte, nicht zur Hochrisikogruppe gehören und durch Spezialkleidung gut geschützt zu sein.

Altmaier fordert Verzicht auf Geschenke-Einkäufe vor Schließungen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die Bürger dazu aufgerufen, an den beiden letzten Tagen vor dem harten Corona -Lockdown auf den Einkauf von Weihnachtsgeschenken in den Geschäften ganz zu verzichten. Die Menschen sollten wegen der Infektionsrisiken "nur das Allernötigste" einkaufen gehen, sagte Altmaier am Sonntagabend im "Bild"-Internetprogramm. 

Handel erwartet keine Hamsterkäufe in Supermärkten

Der Handelsverband HDE erwartet infolge des bevorstehenden harten Corona-Lockdowns keinen Ansturm auf die Geschäfte. "Im Lebensmittelhandel rechnen wir nicht mit Hamsterkäufen", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem "Handelsblatt". Die Kunden hätten gelernt, dass die Lieferketten und die Versorgung der Bevölkerung "auch unter schwierigen Bedingungen funktioniert".

Bei Weihnachtsgeschenken könne es zwar in den nächsten beiden Tagen zu "erhöhtem Kundenaufkommen" kommen, sagte Genth. Die Händler hätten aber in den vergangenen Monaten bewiesen, dass sie funktionierende Hygienekonzepte haben. Zudem hätten viele Kunden ihre Planungen in den vergangenen Tagen sicherlich schon auf den Lockdown eingestellt.

Die Meldungen zur Coronavirus-Pandemie aus der vergangenen Woche lesen Sie hier.

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