Diabetes-Arzt: „Heutzutage vermehren sich die schlechten Gene besser“

Diabetes-Arzt: „Heutzutage vermehren sich die schlechten Gene besser“

Zwischen 7 und 8 Millionen Menschen leben in Deutschland mit der Diagnose Diabetes. Die Therapiemöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren erheblich verbessert und für mehr Lebensqualität bei Betroffenen gesorgt. Im Interview mit FOCUS Online erklärt der auf Diabetes spezialisierte Facharzt Dietrich Tews, woran Sie die Zuckerkrankheit erkennen können und wie sie eine wirkungsvolle Prophylaxe betreiben.

FOCUS Online: Herr Tews, jeder zehnte Deutsche leidet unter Diabetes. Wie kommt das?

Dietrich Tews: Das ist die Gretchenfrage. Eine Erklärung ist sicherlich der veränderte Lebenswandel. Wir sind keine Jäger und Sammler mehr, die körperlichen Funktionen sind aber noch auf dem Stand von vor 1000 Jahren. Wir essen heutzutage zu viele Kalorien. Eine andere ist, dass die Menschen früher gestorben sind und nur die „Harten“ überlebt haben. Heutzutage vermehren sich die schlechten Gene besser.

Was sind erste Anzeichen für Diabetes?

Tews: Statistisch gesehen wird Diabetes erst nach sieben Jahren diagnostiziert. Es ist nicht spürbar und wird meist erst durch Zufall entdeckt. Erste Anzeichen sind aber, wenn sie häufig müde sind und das Gefühl haben, nicht mehr leistungsfähig zu sein. Wenn Sie auch mehr Durst haben und sich der Drang, häufiger zur Toilette zu müssen, verstärkt, kann das auf Diabetes hindeuten.

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Welche Faktoren begünstigen Diabetes?

Tews: Es gibt Gründe wie Umwelteinflüsse oder Lärm. Aber auch hier gibt es kein festes Schema. Beispielsweise ist Übergewicht nicht zwingend gleichzusetzen mit einem erhöhten Risiko, wenngleich schlechte Ernährung sicherlich nicht förderlich ist. Und die Vererbung spielt wie gesagt auch eine Rolle.

Über den Interviewpartner:

Dr. med. Dietrich Tews ist Facharzt für Innere Medizin und Diabetologe LÄK + DDG. Er leitet das BAG Diabeteszentrum Dr. Tews & Partner in Gelnhausen, das Betroffene dabei unterstützt, mit Fachwissen und Erfahrung, die Herausforderungen des Diabetes gut mit ihrem Alltag in Einklang zu bringen. Er ist verheiratet und hat sechs Kinder.

Ist Diabetes eigentlich heilbar?

Tews: Wenn Sie einen Chirurgen fragen, sagt er ja. Aber wir kennen den Mechanismus, der eine Diabetes begünstigt, noch nicht ganz genau. Die Entzündung der Bauchspeicheldrüse spielt eine Rolle und wenn dort viele Zellen zerstört werden, können diese nicht zurückgeführt werden. Eine Heilung geht am ehesten im Prä-Diabetes-Zustand.

Es gibt bei Diabetes Typ 1 und 2 – was sind die Unterschiede?

Tews: Bei Typ 1 handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Der Körper produziert kein oder kaum Insulin. Ohne Zuführung von Insulin durch eine Spritze stirbt der Patient:in innerhalb von acht Tagen. Bei Typ 2 sehen wir einen schleichenden Prozess. Die Zuckerwerte steigen, aber Insulin an sich ist noch vorhanden.

Wie haben sich die Therapiemöglichkeiten in den vergangenen Jahren verändert? Hat sich etwas verbessert?

Tews: Die Insuline wurden modernisiert und ähneln mehr dem körpereigenen. Dadurch nehmen die Unverträglichkeiten ab. Die Anfänge dieser Entwicklung stammen bereits aus den 1990ern. In den letzten zehn Jahren sind die Insuline schneller geworden, das heißt, die Wirkung nach der Spritze setzt schneller ein.

Wie kann ich sinnvoll eine Prophylaxe betreiben?

Tews: Man kann natürlich einmal den Blutzuckerwert messen. Aber dabei muss man beachten, dass der Wert steigt, wenn man etwas gegessen hat und auch im Verlauf des Vormittags. Sinnvoll ist daher, den Wert nüchtern zwischen 8 und 9 Uhr zu messen. Und wenn dann Auffälligkeiten entstehen sollten, lohnt sich ein aufwändigerer Test.

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