Notfallpfleger sagt, was ihn im stressigen Alltag antreibt und gibt Tipps für den Ernstfall

Notfallpfleger sagt, was ihn im stressigen Alltag antreibt und gibt Tipps für den Ernstfall

Kranken und Verletzten helfen, Schmerzen lindern, gelegentlich Leben retten – das ist der Alltag in der Notaufnahme. Doch nur selten wissen die Ärzte und Pfleger dort, was im Ende aus den Patienten wird. Krankenpfleger Michael Steidl über seinem stressigen und anstrengenden – aber auch erfüllenden Job.

Die 88-jährige Patientin kommt mit dem Rettungsdienst. Ihre Symptome: Atemnot, diffuse Schmerzen im Brust- und Bauchbereich, Schwächegefühl, Schweißneigung. Wir bringen die Frau unverzüglich in einen Behandlungsraum, wo wir so schnell wie möglich ihre Vitalwerte ermitteln: Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung, Atemfrequenz und Temperatur. Eine zentrale Rolle spielt die Anfertigung eines Zwölf-Kanal-EKG, denn die ausgedruckten Wellenlinien sind ein wichtiges Instrument, um einer Herzproblematik auf die Spur zu kommen.

Diesmal zeigt die EKG-Kurve tatsächlich eine typische Veränderung: die sogenannte ST-Hebung. Sobald der diensthabende Internist das sieht, zieht er einen Kollegen aus der Kardiologie zurate. Der bestätigt den Verdacht: Die Frau leidet sehr wahrscheinlich unter einem akuten Herzinfarkt. Der Kardiologe schlägt eine Herzkatheteruntersuchung vor. Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch durch ein Blutgefäß bis zum Herz vorgeschoben, ein Kontrastmittel eingeleitet und anschließend eine Röntgenvideoaufnahme erstellt, auf der man Verengungen oder Verschlüsse der Herzkranzgefäße erkennen kann.

Derartige gefährliche Veränderungen werden heutzutage oft noch während derselben Sitzung behoben, indem man die betreffende Stelle – wieder mithilfe des Katheters – mit einem winzigen Ballon öffnet und sie dann durch ein im Gefäß verbleibendes Gitterröhrchen, den sogenannten Stent, stabilisiert.

Trotz der schwerwiegenden Verdachtsdiagnose wirkt die ältere Dame äußerlich ziemlich stabil. Sie ist ansprechbar und orientiert. Während ich sie im Behandlungsraum der Notaufnahme auf die anstehende Untersuchung im Katheterlabor vorbereite, kann ich mich problemlos mit ihr unterhalten.

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